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: Bühnen :: Die mit dem Regen tanzen :
Live, laut, ehrlich, kraft- und lustvoll. Die hallesche Band Regentanz legt die neue Platte "Hier und Jetzt" vor. Am 18. November gibt es um 20 Uhr im Turm des Release-Konzert der Deutschrocker

Text: Mathias Schulze; Bild: Markus Scholz

Ein Grund mehr, bei Gitarrist und Sänger Kai Madlung nachzufragen. 

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Man hört immer wieder, dass Ihre Entscheidung, deutsch zu singen, von Gerhard Gundermann beeinflusst wurde. Was würde wohl ein Gundermann, der Musik über und für „die einfachen Menschen" spielte, heute singen?

Ich maße mir nicht an, Gundermanns Position zur heutigen Zeit wiederzugeben. Er war ein großer Denker und Visionär. Ich selbst bleibe da lieber in meinem näheren Umfeld und drücke „meine" Gedanken, Gefühle und Sehnsüchte aus. Das kann ich am besten in meiner Heimatsprache. Gerhard Gundermann fasziniert und inspiriert mich aber durch die offene, gradlinige und ehrliche Art, mit dieser Sprache umzugehen. Mir geht es eher darum, dass mir Gundermann gezeigt hat, wie man auch mit der deutschen Sprache etwas ausdrücken kann.

Was wollen Sie denn ausdrücken?

Phänomene aus dem Alltag: Liebe, Schmerz, Eifersucht, Verletzungen.

Was unterscheidet die Regentänzer vom Schlager oder vom Singer- Songwriter, der im Mainstream fußt?

Die Musik von Regentanz unterscheidet uns deutlich vom Schlager oder vom Mainstream. Bei uns finden sich so viele verschiedene Musikstile, dass es schwer ist, uns in eine bestimmte Schublade zu stecken. Wir spielen Rock, Hardrock, Folk, Pop und punktuell auch Reggae und Funk. Textlich sind wir sehr breit aufgestellt. Mal geradeheraus, mal versteckt und verspielt. Alles was zählt, ist die Ehrlichkeit und eine gewisse Ernsthaftigkeit mit der man seine Kunst ausübt. Ich merke deutlich, dass dadurch bei unseren Konzerten immer häufiger und schneller der Authentizitätsfunke auf das Publikum überspringt. Unsere Spielfreude und Professionalität macht uns aus.

Sie hätten nichts gegen einen massentauglichen Regentanz-Song im Radio einzuwenden?

Jeder Künstler, der meint, dass er seine Kunst nur für sich ausübt, belügt sich selbst. Natürlich brauchen wir ein Publikum, welches uns die Rückmeldung gibt, die wir zum Weitermachen brauchen. Ich bin mir sehr sicher, dass, wenn wir beispielsweise „Wie damals", „Ich schwebe" oder „Wo ist die Zeit" als Single eine Woche lang auf allen großen und kleinen Sendern mindestens zweimal senden würden, Regentanz in aller Munde wären. Ja, ich würde die Herausforderung einer Massenwirkung gern annehmen. 

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„Wieso trauen wir den Menschen nicht einfach eine Ur- Vernunft zu?“

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Sie sind seit 17 Jahren Musiklehrer und Schülerbandleiter am LBZ für Körperbehinderte Halle: Fließt das auch in Ihre Texte ein? Wie erleben Sie die derzeitige Bildungssituation in Halle?

Es ist momentan sehr frustrierend. Auf allen Ebenen muss gekämpft werden, um einen einigermaßen kontinuierlichen Unterricht abzuhalten. Schüler, Eltern, Ämter und Lehrer sind am Limit. Es fehlt an guten personellen, institutionellen und finanziellen Bedingungen, um eine Bildungslandschaft zu bieten, die unser Volk verdient hat. Und damit meine ich ganz bestimmt nicht nur deutsche Kinder und Jugendliche. Ich meine damit alle Schüler und Schülerinnen, die gewillt sind, etwas zu lernen und ihr Leben eigenständig und sinnvoll zu bestreiten. Ich denke, all das fließt unterbewusst in meine Texte und in die Musik, aber nicht direkt.

Trotz dieser Befunde scheuen Sie sich vor allzu viel politischen Ebenen in Ihrer Musik ....

Warum sollten Künstler alles auf eine politische Ebene ziehen? Reicht es nicht, seinen Standpunkt hinsichtlich des L ebens, Liebens, Leidens und der Freude zu singen und die Menschen mitzunehmen, die das wollen? Jeder ist doch wohl in der Lage, sich ein eigenes Bild der Welt zu machen, ohne permanent darauf zu hoffen, von Journalisten, Künstlern, Lehrern, Politikern, oder wem auch immer, gesagt zu bekommen, wo es lang geht. Wieso trauen wir den Menschen nicht einfach eine Ur-Vernunft zu?

Sie wohnen seit 1995 in Halle: Welche Entwicklungen bedauern Sie? Welche nicht? Kann Halle die Vorreiterrolle in Sachen „Weltbürgertum" in Sachsen-Anhalt dauerhaft übernehmen?

Ich erlebe Halle seit Jahren in einem ständigen Wandel. Im Grunde ist diese Stadt für ihre Größe schon sehr weltbürgerlich. Wir haben eine gute Universität, gute Schulen, viele gute Kulturstätten und jedes Jahr einen guten Zuspruch der Händelfestspiele, die ja international bekannt sind. Ehrlich gesagt, kann ich mit dem Begriff „Weltbürgertum" nicht viel anfangen. Was soll das sein? Ich fühle mich als Weltbürger, denn ich existiere in dieser Welt, kann frei entscheiden, wo und wie ich leben will und gebe mein Bestes, diese Welt zu bereichern, zu verändern und zu verbessern. Das alles kann ich sehr gut hier in Halle tun.


Regentanz, CD-Release „Hier und Jetzt", 18. November, Turm, 20 Uhr, www.regentanz.com 


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