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: Gesellschaft :: Wann, wenn nicht jetzt? :
Das Bündnis "unteilbar" will am 6. Juli mit einer Demonstration in Leipzig den "Sommer der Solidarität" einleiten. Höhepunkt soll eine Großdemonstration mit bundesweiter Mobilisierung am 24. August in Dresden werden

Text: Mathias Schulze; Bild: Ana Methmann

Grund genug, bei zwei Sprecherinnen des Bündnisses, bei Ana Methmann und Rudaba Badakhshi, nachzufragen.

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Können Sie sich kurz vorstellen?

Badakhshi: Ich lebe seit 1997 in Leipzig und engagiere mich für eine plurale Gesellschaft. Methmann: Ich bin seit zehn Jahren Leipzigerin, lebe hier sehr gerne, schätze Leipzig für seine Freiräume, die vielen kulturellen Angebote, das solidarische Miteinander im Kiez und engagiere mich dafür, dass das so bleibt.

Im „unteilbar"-Aufruf vom Oktober 2018 steht: „Quer durch Europa findet eine dramatische politische Verschiebung statt: Rassismus und Menschenverachtung werden gesellschaftsfähig. Humanität und grundlegende Menschenrechte werden offen angegriffen." Inwieweit glauben Sie, dass ein von staatlichen Kontrollen befreiter Kapitalismus die heutigen Probleme verursacht hat?

Badakhshi: Wenn ich mir zum Beispiel das Thema Klimawandel und -gerechtigkeit anschaue, dann spielt das auf jeden Fall eine Rolle. Die Industrienationen des globalen Nordens sind zum großen Teil Verursacher des menschengemachten Klimawandels. Die Auswirkungen – Überschwemmungen, Dürre et cetera – spüren die Menschen im globalen Süden viel mehr.

Vom globalen auf den lokalen Kontext runtergebrochen, bedeutet dies einen rascher Kohleausstieg, der für die Beschäftigten und Regionen sozial nachhaltig gestaltet werden muss. Ebenso beim Waffenexport: Deutschland ist einer der weltweit größten Waffenhersteller und -exporteure. Wir liefern beispielsweise Waffen nach Saudi-Arabien, befeuern damit den Krieg im Jemen. Gleichzeitig sichern wir unsere Grenzen, kriminalisieren Flucht und erschweren damit die Chance, vor Krieg und unfassbar schlechten Lebensbedingungen und Perspektivlosigkeit zu fliehen.

Methmann: Eine zentrale Herausforderung ist es, genau diese oft sehr komplexen Zusammenhänge aufzuzeigen, global, aber auch innerhalb Deutschlands. Obwohl Deutschland immer reicher wird, wird die Schere zwischen Arm und Reich immer größer. Da läuft doch irgendwas nicht richtig. Der nächste Schritt ist dann, Leute und Bewegungen zu stärken, die für ihre Rechte einstehen. Und dabei nicht nach unten zu treten, einen rassistischen Diskurs zu bedienen, sondern nach oben hin laut zu werden.
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„Wir brauchen zum Beispiel Lösungen dafür, dass cirka 300.000 geschiedene ostdeutsche Frauen von Armut bedroht sind.“

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Will „unteilbar" „nur" gegen autokratische Praktiken mobilisieren? Oder gibt es noch ein „positives gesellschaftliches Gegenmodell"?

Methmann: Am 1. September sind Landtagswahlen in Sachsen, Rassismus und Rechtspopulismus sind hier besonders ausgeprägt und finden Gehör, das zeigen die Ergebnisse der letzten Wahlen. Wir wollen zum einen klar zeigen, dass eine Regierungsbeteiligung der AfD mit uns nicht zu machen ist und wollen dem Rechtsruck in der Gesellschaft etwas entgegen setzen.

Badakhshi: Darüber hinaus wollen wir als eine starke Zivilgesellschaft auftreten. Es gibt so viel engagierte Menschen in Sachsen, die für ein solidarisches Miteinander einstehen. Diese wollen wir sichtbar machen, sie zu Wort kommen lassen und uns gegenseitig stärken. Wir wollen zeigen, dass unser Engagement auf der gleichen Basis des menschlichen Miteinanders in unserer Gesellschaft steht und stehen wird, dass wir uns nicht trennen und hetzen lassen und Sozialstaat und Migration nicht gegeneinander ausspielbar sind.

Welche Debatten wünschen Sie sich?

Badakhshi: Ich wünsche mir, dass tatsächlich Themen verhandelt werden, bei denen es brennt. Dazu gehört zum Beispiel die Zunahme von Rassismus und Armut: Verteilungsfragen. Wir brauchen zum Beispiel Lösungen dafür, dass cirka 300.000 geschiedene ostdeutsche Frauen von Armut bedroht sind, weil das DDR-Scheidungsrecht bei der Wiedervereinigung nicht ausreichend berücksichtigt wurde. Wir sollten eine ernstzunehmende Klimapolitik umsetzten. Ich will keine Karnelvalswitze über Toiletten für das dritte Geschlecht hören, sondern ernsthafte Bestrebungen, die Rechte und Selbstbestimmung von trans- und intersexuellen Menschen zu stärken.

Wie sehen die Ziele für die nächsten Monate aus? Kann man sich bei Ihnen auch fernab einer Demonstrationsteilnahme einbringen?

Methmann: Wir wollen alle einladen, am 6. Juli mit unserem großen Straßenbrunch und einer Demonstration mit Kulturprogramm, in diesen „unteilbar"-Sommer zu starten. Danach gehen wir mit der „Wannwennnichtjetzt"-Marktplatzund Konzerttour nach Grimma, Plauen, Annaberg-Buchholz, Bautzen und Zwickau. Und am 24. August geht es zur bundesweiten Demo nach Dresden. Alle sind herzlich eingeladen. Zum einen brauchen wir Spenden, wir arbeiten ehrenamtlich, benötigen Geld für Mobilisierung und die Organisation der Demos. In Leipzig, Dresden und Chemnitz gibt es in den nächsten Wochen inhaltliche Planungstreffen, Termine stehen auf unserer Homepage und bei Facebook.


„unteilbar"-Straßenbrunch, 6. Juli um 11 bis 13 Uhr; „unteilbar"-Demonstration, 6. Juli, 14 bis 18 Uhr, Windmühlenstraße in Leipzig, Spenden: www.unteilbar.org/spenden/, Infos: www.unteilbar.org


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