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: Bühnen :: „Die Melancholie bleibt immer da“ :
Sebastian Brandt ist ein hallescher Schlagzeuger aus Leidenschaft, der selbst deutsche Texte schreibt, die nun endlich ihr funkiges Popmusik-Gewand mit jazzigen und klassischen Elementen bekommen. "Die sinnToniker" heißt die neue Band, die sich mit ihren hintersinnigen Texten am 10. August im Rahmen des Cultoursommers vorstellen wird

Text: Mathias Schulze; Bild: Michael Lehmann

Wir haben Sebastian Brandt zum Gespräch gebeten.

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Warum ist es Ihnen wichtig, dass ihre Band „DIE sinnToniker" und nicht „Die Sinntoniker" geschrieben wird?

In unserer heutigen schnelllebigen Zeit kann ein solcher kleiner Stolperstein dem geneigten Leser einen Moment des Innehaltens und Grübelns verschaffen. Die Gefahr, versehentlich als Sinfoniker kategorisiert zu werden, ist ja durchaus gegeben. So war es für mich logisch, das „T" in der Wortmitte herauszustellen und zusätzlich dem Ton einen besonderen Sinn zu verleihen.

Welche „Notwendigkeiten" führen zu dieser neuen Band?

Die Einschätzung, ob es notwendig war, „DIE sinnToniker” zu gründen, überlasse ich gern den Konzertbesuchern. Mir war es jedenfalls ein dringendes Bedürfnis, in mehrfacher Hinsicht. Zum Einen, weil ich nach vielen instrumentalen und vokalen Erfahrungen endlich am Schlagzeug meinem Herzen folgen kann. Andererseits halte ich die deutsche Sprache für so differenzierend wie kaum eine andere.

Die meisten Songs anderer Künstler erzählen Geschichten, über die man sich schnell eine Meinung bildet: „Ja, kenne ich", „Habe ich auch schon erlebt" oder „Wusste ich noch gar nicht". Dabei spielt es kaum eine Rolle, ob er besonders poetisch oder rappig daher kommt. Leider reduziert sich bei vielen solcher Texten häufig die Halbwertszeit. Die meisten unserer Texte dagegen bergen Wortspielereien, die man in ihrer ganzen Breite erst nach dem Hören oder Lesen begreift. Insofern laden wir jeden Hörer herzlich ein, tiefer zu blicken – falls er es möchte.

Kommen wir zur Musik. Könnten Sie bitte kurz Musikjournalist spielen und den Stil Ihrer Band benennen?

Nein. Musik? Ja. Rock? Vielleicht. Funk? Manche Songs sicher. Jazz? Immer ein bisschen. Pop? Hoffentlich. Klassik? Die Basis. Reggae? Klingt manchmal so. Schlager? Eher nicht. Trotzdem in deutsch.

Auf Ihrem Album „ES" gibt es einen Song, der von der positiven Naivität des Kindes handelt, eine Naivität, die sich im Laufe des Lebens abschleift. Nun leiten Sie zusammen mit Ihrer Frau Christine Berger- Brandt eine Musikschule in Halle. Steht der Song in Verbindung mit Ihrer musikalischen Lehrtätigkeit? Müssen Musiker das „Kind in sich" entdecken?


Wir sitzen ja alle auf unserem ganz persönlichen Teller und jeder Blick über den Tellerrand ist individuell eingefärbt und meiner somit sicher auch pädagogisch angehaucht. Das Kind in sich zu entdecken, sollte besser ein Bewahren sein und ist nicht nur Musikern zu empfehlen. Wir alle sollten es auf jeden Fall versuchen.

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„Ich möchte gerne Spuren hinterlassen. Nicht nur im Schnee.“

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Bleiben wir bei der musikalischen Bildung: Warum ist sie mehr als nur das Erlernen von Gesang und Instrumenten?


Deutsche musikalische Bildung hat leider das Problem, dass sie vergleichbar sein möchte. Genau das muss die Musik aber gar nicht. In Finnland beinhaltet das Thema Oper beispielsweise die Aufführung einer solchen durch die Schüler selbst. Ein halbes Jahr dreht sich alles um Analysen, Notation, Proben, Bühnenbild oder um die Kostüme. Hinterher wissen wirklich alle, was Oper bedeutet! Auch wenn sie nicht alle Lebensdaten von Verdi oder Puccini auswendig herbeten können. Das Alphabet lernen zu müssen, leuchtet jedem Kind beim Stichwort Lexikon sofort ein. Aber Halbtonschritte? Häh? Trotz allem ist jeder Versuch, Musik anderen näherzubringen, lohnenswert. Letztlich bringt aber nur das Musizieren selbst die Menschen weiter.

Ist die musikalische Bildung, so, wie sie in Deutschland angeboten wird, einem starken Selektionsprozess unterworfen, der die Unterschiede zwischen den sozialen Schichten zementiert oder erweitert?


Es gibt viele Formen und Möglichkeiten, sich musikalisch zu betätigen. Nicht zuletzt auch digitale Wege. Insofern denke ich, dass sich heutzutage allen Schichten ähnliche Chancen bieten. Auf welchem Niveau sich das Ganze bewegt, ist dabei nicht so entscheidend wie der Grad der Eigenmotivation.

Wo sehen Sie Verbesserungsbedarf?

Naturgemäß überall.

Sind Sie als Musiker mit den städtischen Strukturen in Halle zufrieden? Was könnte besser laufen?

Strukturen bringen immer Zwänge mit sich, die auch mit gutem Willen nicht leicht zu verbessern sind. Ich kenne eine Reihe von Menschen, die sich redlich dafür einsetzen und manchmal sogar mit Erfolg. Dafür meinen Dank. Generell haben ja alle Künstler das Problem, sich ihrem Publikum zu offenbaren. Wobei Qualität leider kein Garant ist, dieses Ziel zu erreichen.

Das Haus, der Pub die „Goldene Rose" in Halle ist …

… ein Glücksfall für die Musikschule und auch für den „jazzflag", denn das älteste Gasthaus der Stadt wird künftig als Veranstaltungsort wachsen und ausgebaut werden.

Der „jazzflag"?

Der vermutlich kleinste Jazzclub der Welt? Ursprünglich an traditionsreicher Stätte, des ersten Jazzclubs Halles in der Kleinen Märkerstraße – daher der Name – wieder belebt, durften wir schon grandiose Konzerte erleben, beispielsweise mit Nils Gessinger oder Ro Gebhardt.

Wie sehen Ihre Pläne aus?

Mit „DEN sinnTonikern" oder „BOSSAria" durch Deutschland touren. Live. Die gleichen Songs. Jedes Mal anders. Und wenn alles klappt, wird es 2021 noch ein anderes größeres Projekt in Halle geben. Ich möchte gerne Spuren hinterlassen. Nicht nur im Schnee …


DIE sinnToniker, 10. August, Hof des Neuen Theaters, 15 Uhr, Tickets: www.cultoursommer.de, www.jazzflag.de


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