Ticketgalerie
Kunststiftung SA
mbc
caroxee
Navigation
Kopfzeile
www.aiyoota.com eCommerce Online-Shop ShopSoftware CMS Content-Management-System WDPX-Frank Wollweber, 38855 Wernigerode, Germany
share Twitter share Facebook share email

: Kultur :: Gegenangriff :
Das ist eine Überraschung: In Zeiten, in denen Streamingdienste den Kinos massiv Zuschauer streitig machen, geht das hallesche Puschkino gewissermaßen zum Gegenangriff über und expandiert. Heißt konkret: Ab sofort bespielt das Lichtspielhaus zwei Säle

Text: Anett Krake; Bild: Tarik Nebel

Mit einem zweiten Saal hatte man eigentlich nicht wirklich rechnen können. Wie kam es dann dazu? Damit, so sagt es Torsten Raab, der Puschkino-Chef, habe er einen lange gehegten Traum realisiert. Denn die Erweiterung ermöglicht dem Kino die Realisierung einer größeren Programmvielfalt – gewissermaßen ein doppeltes Kinoerlebnisses mit mehr Filmen in Originalsprache und der wöchentlichen Erneuerungen des Programms. FRIZZ-Redakteurin Annett Krake hat Torsten Raab in seinem Filmtheater besucht. 

„Die Erweiterung ermöglicht dem Kino die Realisierung einer größeren Programmvielfalt – gewissermaßen ein doppeltes Kinoerlebnis mit mehr Filmen in Originalsprache und der wöchentlichen Erneuerungen des Programms.“

Abstand

Es ist Mittwochabend, 21 Uhr. An der maroden Hauswand vor dem Kino lehnen jede Menge Fahrräder. Die Stufen sind schnell erklommen. Hinterm Tresen: Kinochef Torsten Raab. Raab, mittlerweile ein Urgestein in der Branche, ist ein Macher, Ausprobierer, ein solider Geschäftsmann. Ruhm und Ehre sind ihm nicht wichtig, sondern ein nach seinen Vorstellungen gefüllter Tag.

Früh in das Kinogeschäft eingestiegen, ist das ehrwürdige Kino La Bim seine erste Dienstadresse. 2000 gründete er dann zusammen mit Wolfgang Burkart das LUX Kino am Zoo, 2005 erweiterten die beiden ihren Kinobetrieb und eröffneten das Puschkino in der Kardinal- Albrecht-Straße. Sieben Jahre später kam es dann zur Trennung der beiden Geschäftspartner. Das Ende eines gemeinsames Weges, was zwar im Stadtgespräch für Verwirrung sorgte, sich aber für die Kinomacher und das kulturelle Leben der Stadt schnell als Gewinn herausstellte. 

Aktuell nun also Neues, der zweite Saal. Torsten Raab muss jetzt mehr Kinokarten von der Rolle wickeln und mehr Bierflaschen über den Tresen reichen. Links, gleich neben dem Treppenaufgang, in dem kleineren neuen Vorführraum riecht es nach frischen Polsterstühlen. Dort finden sich zwar noch keine Gebrauchsspuren unzähliger Kinobesucher und auch der Gestaltungsspielraum ist noch nicht ganz ausgeschöpft. Trotzdem ist die Clubkinoatmosphäre zwischen den fast vollständig besetzten Sitzreihen greifbar.

„Das ist Absicht", sagt Raab. „Es muss Raum für Feinheiten und Gestaltungsideen geben." Raab möchte cineastische Experimente wagen und den filmischen Wünschen seines Publikums mehr entsprechen. Eine weitere Neuheit ist, dass das Programm nun wöchentlich festgelegt und so auch veröffentlicht wird.

Die monatlich erscheinende Programmübersicht bleibt den Kinobesuchern weiterhin erhalten, nur die Tage und Zeiten werden jetzt per Flyer wöchentlich ausgelegt, bzw. ins Internet gestellt. „Das ist eigentlich üblich so in der Kinobranche und in Leipzig, Dresden, Berlin gang und gäbe", sagt Raab. Nur hier in Halle habe sich die monatliche Übersicht merkwürdigerweise verfestigt.

Mehr Flexibilität also. Denn mit der siebentägigen Programmgestaltung kann Raab besser auf den Zuspruch des Publikums reagieren, also einen Streifen länger laufen lassen und Filmnieten schneller aus dem Programm nehmen. Klar ist auch, dass Filme in der Originalfassung nun noch häufiger Bestandteil des Programms sind und mehr cineastische Wagnisse eingegangen werden können. 

Abstand

„Es muss Raum für Feinheiten und Gestaltungsideen geben.“

Abstand

„Ich bin froh, selbstständig zu sein, mit vielen verschiedenen Aufgaben in Berührung zu kommen, das Gelingen von vorn bis hinten selbst zu gestalten und zu erdenken", sagt Raab. Es sei eben schön, Sachen zu versuchen, ein Risiko einzugehen, ohne dabei größenwahnsinnig zu werden.

Und dem Puschkinhaus, der Immobilie, in der das Kino zu Hause ist, tut die Entwicklung auch nicht schlecht. Denn nachdem das Thalia Theater 2012 das Haus in der Kardinal-Albrecht-Straße 6 verlassen musste, war die extreme Stille dort manchmal kaum aushaltbar. Es dauert, bis eine klaffende Wunde verheilt. Nun aber ist wieder ein erhöhter Pulsschlag in dem alten Gemäuer zu vernehmen. Es gibt die Filmmusiktage und „Jugend musiziert." Das Herzstück aber bildet das Puschkino, in dem Torsten Raab mit seiner unaufgeregten Art jetzt für noch mehr aufregende Kino-Nächte sorgt. Film ab! 

www.puschkino.de


Abstand
Abstand
Published by 17 Published by     Filed in 81 Filed in Kultur
Abstand
blog comments powered by Disqus

Das aktuelle Heft

pic
E-PAPER
Bitte aufs Cover klicken!
Abstand

Mediadaten

pic


Printmediadaten finden 

Sie hier 

Abstand

Reise 2017

Abstand

Aktuelles Wetter in Halle

Abstand

Location-Suche

Suche Deine Location aus einer Vielzahl an Möglichkeiten:


Abstand